Sieben erlebnisreiche Tage auf dem Rennrad bei der 3. Partnerstadtfahrt des Radtreff Biberach nach Asti

Insgesamt fünf Etappen liegen auf der dritten Partnerstadtfahrt, die im September 2026 nach Asti führt, vor den 20 Radfahrern und Radfahrerinnen des Radtreff Biberach. Der frühmorgendliche Regen hat rechtzeitig aufgehört, als OB Zeidler die in drei Gruppen fahrenden Teilnehmer zu morgendlicher Stunde und bei gedämpften Temperaturen auf die erste Etappe nach Feldkirch verabschiedet und ihnen freundschaftliche Grüße an den Bürgermeisterkollegen der Cittá di Asti auf die Fahrt mitgibt.

Mit etwas Pech kreuzt noch gelegentlich ein Regenschauer auf seinem Weg Richtung Osten unsere Route durch Oberschwaben und das Westallgäu, aber ab dem Bodensee geht die Fahrt dann für alle trocken den Alpenrhein entlang Richtung Süden über den Etappenort Feldkirch bis Tamins. Hier am Zusammenfluss von Vorder- und Hinterrhein folgen wir mit noch leichter Steigung dem Hinterrhein, bis es hinter Thusis ernst wird auf dem Anstieg durch die Via Mala Schlucht.


Steil führt die alte Straße an den Wänden der Schlucht entlang, doch jede und jeder meistert diese erste Herausforderung, haben doch alle fleißig trainiert. Auch die zweite Rampe an der Roffla Schlucht stellt kein großes Hindernis dar auf dem Weg ins Dorf Sufers, wo vor dem Anstieg zum Splügenpass übernachtet wird.


Am nächsten Morgen bleiben nur wenige Kilometer zum Warmradeln, dann geht es gleich hinein in den Anstieg über 21 Kehren hinauf zum Splügenpass, wo jede und jeder mit Beifall begrüßt werden. Ab der Passhöhe folgt dann Fahrrad-Wellness pur. Zuerst, von vielen mit Freude erwartet, von mancher mit Respekt gefürchtet, die lange und nicht enden wollende Abfahrt durch 51 Kurven hinab nach Chiavenna, danach bei strahlendem Sonnenschein entspanntes Radfahren mit leichtem Gefälle im Val Chiavenna vorbei am Lago di Mezzola zum Lago di Como.

Immer mit Seeblick rechts folgen wir der Uferstraße bis Varenna, wo die Fährüberfahrt nach Menaggio eine willkommene Erholungspause bietet, bevor die Strecke autofrei auf einer alten Eisenbahntrasse nochmal ansteigt zum Etappenziel im italienischen Porlezza am Ostende des Lago di Lugano. Mit Seeblick links führt die Route weiter nach Lugano, wo der lebhafte Verkehr im Stadtgebiet die volle Aufmerksamkeit erfordert, bis es ab Luino am Lago Maggiore wieder auf der Uferstraße, jetzt mit Seeblick rechts, nach Laveno zur nächsten Autofähre geht.


Auf der Überfahrt nach Intra können noch schnell die Waden gelockert werden für die Auffahrt zum höher gelegenen Lago di Orta, wo auf jeden Fall der Abstecher ins romantische Orta San Gulio zur Kaffeepause lohnt, auch wenn das Rad mit dem Touristenstrom durch engen Gassen und über steile Treppen und geschoben werden muss.


Vom Seeende geht es weiter mit dem letzten längeren Anstieg zum Etappenziel nach Valduggia, das ruhig und verschlafen bereits abseits der großen Touristenströme der oberitalienischen Seen liegt. Außer unserer Unterkunft in der Casa Valduggia bietet der Ort noch eine Bar und das Abendessen liefert der Pizzaservice. In Valduggia beginnt am folgenden Morgen schon die finale Etappe nach Asti. Die letzten Hügel der Alpenfaltung liegen bald hinter uns und die flache Poebene vor uns. Leichter Rückenwind erspart die Mühen der Ebene und eine Menge Tretarbeit, nur ein Regenschauer verlängert ungeplant die Mittagspause. In den Hügeln des Monferrato treffen sich vor den Toren von Asti alle drei Gruppen zur Pause in Montechiaro d´Asti um gemeinsam zusammen die letzten Kilometer nach Asti auf die Piazza San Secondo zu rollen.


Mit der Ankunft in Asti darf jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin stolz sein auf die bewältigte Strecke von ca. 575 km über ca. 5500 Hm ohne Unfall, technische Defekte oder andere ungeplante Zwischenfälle. Am Abend genießen wir piemontesische Küche und Wein und lernen dabei Emilia Giribaldi und Luigi und Franco Guerra kennen, die uns tatkräftig bei der Organisation eines vielseitigen Programms für die nächsten beiden, fast fahrradfreien Tage in Asti unterstützt haben.


Nach der ausführlichen Stadtführung am Vormittag durch Signora Christina Molina bringt uns am Mittag ein Bus ins Anbaugebiet des Barolo rund um La Morra zu einer Barolo-Weinprobe in der Cantina Agricola Marrone und ins stolz auf einem Hügel thronende Örtchen La Morra zu einem Ausflug in die Weinberge. Wir erfahren viel Wissenswertes zum Anbau der Nebbiolo-Trauben sowie zur Herstellung des Barolo, genießen nicht nur die Barolo Weine der Cantina Marrone sondern auch rund um La Morra die Ausblicke auf die Landschaft der Langhe, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt.


Der größte Teil der Gruppe steigt am zweiten Tag in Asti nochmals aufs Rad um zusammen mit Emilia und ihren Radfreunden aus Asti die Hügellandschaft rund um Asti zu erkunden. Bergauf und bergab führt die Runde durch die Weinberge und Dörfer zwischen Asti und Alba. So mancher steile Anstieg hinauf zum Castello Alfieri und Castello Gavone wird schließlich oben mit einer weiten Aussicht belohnt, nur die Alpenkette mit dem Monte Viso ist am heutigen Tag nicht zu sehen.


Nach der Rückkehr nach Asti begrüßen uns die Vertreterinnen des Partnerschaftskomitees von Asti vor dem Rathaus auf der Piazza San Secondo. Als auch noch Bürgermeister Maurizio Rasero vorbeikommt und sich mit zum Gruppenbild aufstellt, können wir ihm die Grüße von OB Zeidler übermitteln, der einige Jahre vorher Asti mit dem Rad besucht hatte.


Nach dieser wunderbaren und erlebnisreichen Woche klingen der Aufenthalt in Asti und die gesamte Tour aus mit einem gemeinsamen Abend zusammen mit den Radfreunden aus Asti im Agriturimo Agripassione bei piemontesischem Essen und Wein aus Asti von der Cascina Rey, bevor uns und unsere Fahrräder am nächsten Morgen der Bus der Fa. Bayer wieder sicher und komfortabel zurück nach Biberach bringt.

Die Rennradfahrer des Radtreff Biberach mit Radfreunden aus Asti, Vertreterinnen des Partnerschaftskomitees Asti und Bürgermeister Maurizio Rasero auf der Piazza San Secondo in Asti