Shakespeare am National Cream Day zu Gast im Wieland-Museum

Kurzweiliger Nachmittag mit Tee und Scones

In Großbritannien, dem Land der Teetrinker, wird alljährlich am 26. Juni der „National Cream Day“ mit Tee, Scones, Clotted Cream und British Jam begangen. Da in diesem Herbst in Biberach die Englischen Wochen anstehen, griff der Tendring Ausschuss im Verein Städte Partner Biberach zusammen mit der Wieland-Stiftung diese Idee auf, und haben am Gedenktag „Cream Tea mit Shakespeare“ im Garten des Wieland-Museums zelebriert.

Trotz großer Hitze fanden sich knapp 50 Personen im Garten ein, in dem es sich Dank der Bäume und Sonnenschirme gut aushalten ließ. Mitglieder des Tendring-Ausschusses boten den Gästen Tee, selbstgebackene Scones samt Cream und Erdbeermarmelade an. Nachdem alle gut versorgt waren, gab Dr. Kerstin Bönsch, Geschäftsführerin der Wieland-Stiftung, einen Impuls zur deutschen Shakespeare-Rezeption. Sie hob hervor, dass wir uns nicht nur an Shakespeares Geschichten erinnern, sondern auch die Menschen darin. Wobei Shakespeare keine einfachen Helden oder Schurken erzähle, sondern „seine Figuren zweifeln, widersprechen sich selbst und handeln manchmal gegen ihre eigenen Überzeugungen. Sie sind zutiefst menschlich – für das deutschsprachige Publikum des 18. Jahrhunderts etwas Besonderes“, so Bönsch.

Christoph Martin Wieland veröffentlichte die erste umfassende Übersetzung der Dramen ins Deutsche. 1761 brachte er unter eigener Regie und Übersetzung „Der Sturm oder Der erstaunliche Schiffbruch“ auf die Bühne. Die Aufführung gilt als die erste bedeutende Shakespeare-Aufführung auf einer deutschen Bühne, hier in Biberach! Kurzweilig berichtete Bönsch über die Schwierigkeiten der Übertragung Shakespeares ins Deutsche, mit der Wieland zugleich die deutsche Sprache veränderte, ein Stück weit neu erfunden hat. Es entstanden mehr als 400 Wortneuschöpfungen wie „Wortbrecher“, „heimatlos“ oder „Viel Lärm um nichts“.

Für den rund 20-minütigen Vortrag gab es viel Beifall. Im Anschluss setzte sich der Austausch in geselliger Runde bei Cream-Tea, Scones und Marmelade fort. Viele Gäste nutzten anschließend die Gelegenheit, die neu gestaltete Ausstellung im Wieland-Museum zu besuchen.

Bei den Veranstaltern gab es durchweg zufriedene Gesichter über diese gelungene Kooperation, die die Vorfreude auf die anstehenden Englischen Wochen weckte.

Fotos: Hans-Bernd Sick