Der Schwäbischer Albverein und der Verein Städte Partner Biberach luden bei ihrem diesjährigen gemeinsamen Sommertermin zu einem kleinen Rundgang auf dem Skulpturenfeld Oggelshausen ein. Hier fanden in den Jahren 1969/1970 und 2000 zwei bedeutende Bildhauer-Symposien statt. Das in Oggelshausen aufgewachsene StäPa-Mitglied Martin Moll hat das zweite Symposium bewusst erlebt. Da er es bedauert, dass das Skulpturenfeld und seine Geschichte doch ziemlich in Vergessenheit geriet, bot er an, diese Führung zu machen und zu etwas mehr Öffentlichkeit beizutragen. Das Interesse war erfreulicherweise groß, rund 50 Personen fanden sich am Waldparkplatz ein. Zum Einstieg gab Martin Moll einen groben Überblick über die beiden Symposien, zu denen insgesamt 25 international renommierte Künstler aus 9 Ländern und drei Kontinenten der Einladung nach Oggelshausen folgten.



Beim 2 Symposium nahmen 10 europäische Künstler teil. Den Künstlern wurden Steinblöcke aus Gauinger Travertin aus dem Lkr. Reutlingen zur Verfügung gestellt, die sie auf dem Sportplatz in Oggelshausen bearbeiteten. Die fertigen Skulpturen wurden dann an ihre Standorte verbracht. Finanziert wurden die Symposien durch Sponsoren, darunter auch Fördermittel der Europäischen Union.
Die Tour führte zu sieben Skulpturen des 2. Symposions. Martin Moll stellte auf dem Rundgang alle Künstler kurz vor, und zitierte deren Beschreibungen zum Symposion und ihren eigenen Werkern. Die beiden Skulpturen der britischen Teilnehmer, der „Federstein“ von Peter Randall-Page wie auch Michael Dan Archers „Sanctuary“, stehen in unmittelbarer Nähe des Parkplatzes. Die Tour führte an Uli Gsells Skulptur „Vom Morgen bis zum Abend“ vorbei weiter zum liegenden „Gitter V“ von Hans Michael Franke, von dort zur hoch aufragenden „Verantwortung“ von Josef Nadj. Der Rückweg führte zunächst zu Gerold Jäggles „Federschale“ und „helt i VI“ der Norwegerin Marit Lyckander. Zuletzt führte der Weg noch an einigen genauso beeindruckenden Skulpturen des 1. Symposions vorbei.



Unterwegs gab es viele Fragen an Martin Moll, aber auch angeregte Gespräche der Teilnehmer untereinander. Alle waren sehr angetan von den Kunstwerken. Großes Bedauern kam zum Ausdruck, dass hier Skulpturen von Künstlern zu sehen und zu berühren sind, die in großen und bedeutenden Museen in aller Welt ausgestellt sind – hier jedoch kaum jemand Notiz davon nimmt. Auch dass die meisten Beschilderungen kaum noch bis nicht mehr zu lesen sind. Angeregt wurde, bei den Skulpturen zeitgemäß QR-Codes anzubringen, um den interessierten Besuchern zumindest diese Informationsquelle bereitzustellen.
Doch dann gab es diesbezüglich noch interessante Informationen von einem Teilnehmer: Er hat die App „PublicArtExplorer“https://publicartexplorer.com/de als gemeinnütziges OpenSourceProjekt erstellt, die auf den gemeinnützigen Diensten OpenStreetMap und Wikipedia basiert. Sie ist kostenlos, enthält keine Werbung und kein Tracking. Das Skulpturenfeld war der Auslöser für die App, aber sie ist so aufgebaut, dass sie weltweit nutzbar ist. Die App kann vom nicht kommerziellen AppStore F-Droid und vom kommerziellen Google Playstore heruntergeladen werden.



Text & Fotos: Hans-Bernd Sick
