Gelebte Deutsch-Französische Freundschaft

VALENCE/BIBERACH – Die Menschen der Partnerstädte Biberach und Valence  sind seit fast 60 Jahren durch  freundschaftliche Begegnungen und unzählige persönliche Kontakte eng miteinander verbunden. Die Stadt Biberach pflegt, fördert und ermöglicht diese gelebte Völkerverständigung. So auch wieder beim diesjährigen städtischen Schüleraustausch. Nach dem Aufenthalt der französischen Gäste in den Herbstferien in Biberach, stand in den Winterferien der einwöchige Gegenbesuch in Valence an.

Teilgenommen haben Jugendlichen von der Dollinger-Realschule, dem Bischof-Sproll-Bildungszentrum, der Waldorfschule, dem Pestalozzi- und dem Wieland-Gymnasium. Begleitet und betreut wurden sie von Josepha Brugger (Stadt Biberach) und Claudia Feifel-Krause.
Als der Bus am Samstagabend in Valence eintraf, war die Wiedersehensfreude mit den Austauschpartnern riesig. Die Jugendlichen wurden von ihren Gastfamilien herzlich in Empfang genommen und verbrachten dort auch den Sonntag mit Ausflügen, Unternehmungen oder entspannt zu Hause. Am Montag startete dann ein abwechslungsreiches Programm für die insgesamt 44 Jugendlichen, welches ehrenamtliche Helfer aus Valence auf die Beine gestellt hatten. Los ging es mit einem Improvisationstheater und gemeinsamen Spielen. Am Dienstag war das Kennenlernen der Partnerstadt angesagt: „Greeters“, darunter eine seit 30 Jahren in Valence lebende Deutsche, zeigten den Jugendlichen Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten der Stadt.  
Der anschließende offizielle Empfang im Rathaus war eine besondere Ehre. Danach hatten die Schülerinnen und Schüler Zeit, die hübsche Innenstadt auf eigene Faust zu erkunden und natürlich auch, um Souvenirs einzukaufen. Am nächsten Tag galt es, ein Wahrzeichen der Region zu erklimmen: Die hoch über dem Rhônetal gelegene riesige Burgruine „Crussol“. Der Aufstieg wurde mit einer grandiosen Fernsicht belohnt und ein museumspädagogisches Team ließ die Jugendlichen ins Mittelalter eintauchen. Ein besonderes Erlebnis war dann der Ganztagesausflug am Donnerstag. Mit dem Bus, teils auch zu Fuß, ging es hierbei von Bauernhof zu Bauernhof. Die Gruppe besichtigte drei Betriebe und erfuhr hierbei anschaulich, dass die Landwirtschaft im Departement Drôme ein Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit ist. Bereits ab den 60er/70er-Jahren stellten Betriebe auf biologischen Landbau um und so sind in der Drôme inzwischen fast ein Drittel der landwirtschaftlichen Nutzfläche biologisch bewirtschaftet. Esel, Ziegen und andere Tiere ließen sich von den Jugendlichen gerne streicheln und auf einem der Bauernhöfe stand ein Mittagsbuffet mit Produkten der Höfe aus der Nachbarschaft bereit. Am Freitagmorgen traf man sich im Haus der Vereine, um noch einmal viel Zeit miteinander zu verbringen. Mit im Programm stand hierbei auch ein brasilianischer Trommelworkshop, der volle Konzentration forderte, aber vor allem auch viel Spaß machte. Beschwingt ging es dann in die abendliche Abschlussparty über. Bei der Abfahrt der Biberacher am Samstagmorgen flossen reichlich Tränen. Die Woche hatte alte Freundschaften gefestigt und neue geschaffen.

„Typisch deutsch – typisch französisch?“ Der von der Stadt Biberach organisierte und finanzierte Schüleraustausch bietet Jugendlichen der Biberacher Schulen die Möglichkeit, am Familienleben der Gastfamilien und einem vielseitigen Austauschprogramm teilzunehmen.  Der Schüleraustausch gibt  Einblicke in Kultur und Gewohnheiten, in Unterschiede und Gemeinsamkeiten und hilft beim Abbau von Vorurteilen.

Text: Claudia Feifel-Krause, Foto: Josepha Brugger