Beeindruckende Zeremonie in Asti

Besuch in der italienischen Partnerstadt zur „Schätzung der Palio-Tücher“

Jüngst bekam der Verein Städte Partner Biberach (StäPa) eine Einladung aus dem piemontesischen Asti zum Besuch der feierlichen Schätzung der beiden Tücher, der „drappi del Palio“ für das berühmte gleichnamige Pferderennen, das am ersten Sonntag im September stattfindet. Eingeladen hat der Maler und Bildhauer Marco Aru, der vor vielen Jahren mehrfach in Biberach ausgestellt hatte, zuletzt 2006 beim 25-jährigen Jubiläum der Stadtpartnerschaft Biberachs mit Asti. Ihm wurde in diesem Jahr die große Ehre zuteil, die Palio-Tücher zu gestalten.

Gefertigt werden immer zwei Tücher, die aber mit unterschiedlichen Motiven gestaltet sind. Eines wird dem Sieger des Pferderennens übergeben, eines verbleibt in der Kirche San Secondo, die dem Schutzheiligen Astis gewidmet ist. Jedes Tuch muss bestimmte Elemente enthalten: Das Bild des Schutzheiligen San Secondo, das „Anno Domino“, das Wappen der Stadt Asti sowie das Motto der Stadt, und zu guter Letzt die Unterschrift des „Maestro di Palio“, also die des Künstlers.

Die Zeremonie beginnt mit einem farbenprächtigen historischen Umzug von der Kathedrale hin zur Piazza San Secondo. Auf der Piazza findet die Zeremonie der Schätzung statt, bei der auf Anordnung des Bürgermeisters drei erfahrene Stoffhändler prüfen, ob die Tücher „von der üblichen Güte, Größe und Qualität sind“. Zudem leisten die einzelnen Bezirke und Gemeinden, die Rione e borgi, die am Palio-Rennen teilnehmen, den „Eid der Rektoren“. Die Zeremonie endet mit der feierlichen Eröffnung des Palio-Festes durch den Bürgermeister. Wobei also noch einige Zeit bis zum Höhepunkt, dem Pferderennen im September, bleibt.

Der Vorsitzende des StäPa, Hans-Bernd Sick, nahm tief beeindruckt an dieser Zeremonie teil. Nachdem eine Biberacher Delegation im vergangenen Herbst das 750. Palio besuchen durfte (das Palio in Asti gibt es bereits seit 1275, und ist damit deutlich älter als das populärere Palio von Siena, das es „erst“ seit 1633 gibt), war auch diese Auftakts-Zeremonie eine wunderschöne Erfahrung. „Dank der Städtepartnerschaft und der damit verbundenen vielfältigen Kontakte kommt man in den Genuss, solche beeindruckende Ereignisse fast schon wie ein Einheimischer erleben zu dürfen. Das ist ganz anders, als allein den touristischen Blick zu haben“, so Sick.

Neben diesem Besuch gab es natürlich auch noch reichlich Gelegenheit, weitere Bekannte und Freunde zu treffen, über anstehende städtepartnerschaftlichen Austausche zu reden und Asti mit seiner herrlichen Umgebung zu genießen.

Text und Fotos: Hans-Bernd Sick